Lissabon – Die Stadt der sieben Hügel

Berg aufDie Stadt der sieben Hügel, Berg ab – über Treppen und steile Gassen – immer wieder eröffnen sich wunderbare Aussichtspunkte über das blaue Mündungsbecken des Tejo oder über das rote Dächerlabyrinth der Stadt. Unweigerlich wird sich jeder Besucher die Frage stellen – wie viele Hügel hat denn eigentlich diese Stadt? Und die Antwort der Lissaboner ist klar – sieben natürlich!

Das kann nicht sein – doch es war mal so: Gegründet wurde Lissabon auf einem Hügel, dem Burgberg, dort wo heute noch das Castelo São Jorge zu sehen ist. Mitte des 16. Jahrhunderts hatte sich die Stadt bereits so weit ausgedehnt, dass der Chronist Damião de Góis auf die Zahl Fünf kam. Erst im Jahr 1620 zählt dann Frei Nicolau de Oliveira in seinem Buch „Livro das Grandezas de Lisboa“ („Buch der Sehenswürdigkeiten Lissabons“) die legendären sieben Hügel auf: Castelo, São Vicente, São Roque, Santo André, Santa Catarina, Chagas und Sant’Ana. Hätte der Chronist seine Rechnung übrigens 23 Jahre vorher aufgestellt, wäre diese nicht aufgegangen. Denn bis zum Erdbeben von 1597 waren Chagas und Santa Catarina noch als ein Hügel, dem Pico de Belveder, vereint.

Das Bild der sieben Hügel, in Anlehnung an Rom, war somit zum richtigen Zeitpunkt geboren und wird immer wieder zitiert, auch wenn sich mittlerweile das Lissaboner Stadtgebiet deutlich vergrößert hat und damit auch der Anzahl der Hügel gestiegen ist. Und tatsächlich sind die vielen Hügel ein Charakteristikum der Stadt, die sich auf einer ausgedehnten Entdeckungstour zu Fuß oder mit der historischen Straßenbahn erkunden lassen. Die Fahrkarten der Lissaboner Verkehrsbetriebe nennen sich übrigens 7Colinas, also sieben Hügel.

 

Fado – Immaterielles Weltkulturerbe der Unesco

fado unesco weltkulturerbe LissabonFado, die Lissaboner Schicksalsmusik, gehört seit November 2011 zum immateriellen Weltkulturerbe der Unesco.

 

Ganze sechs Jahre dauerte der Vorbereitungsprozess, 2010 wurde die Bewerbung eingereicht. Die Kandidatur des Fado als „Symbol nationaler Identität“ und „populärste Musikform“ war erfolgreich.
„Fado ist all das, was geschieht, wenn man weint oder lacht, wenn man sich erinnert oder vergisst, wenn man hasst oder liebt. Fado besingt das Leben. Fado ist der Aufschrei der Seele“. So erklärt der portugiesische Fado-Sänger Ricardo Ribeiro seine Kunst. Fado erzählt von längst vergangenen Zeiten, verlorener Liebe, der Schönheit Lissabons und natürlich der „saudade“. Diesem berühmten Wort, das sich nur schwer übersetzten lässt: Melancholie, Heimweh, Sehnsucht – kurz, der Inbegriff der portugiesischen Gemütsverfassung. Mit geschlossenen Augen, konzentriert und in sich selbst versunken, geben der Sänger oder die Sängerin ihr Können zum Besten. Die klassische Gitarre gibt den Rhythmus vor, die einer Laute ähnliche  portugiesische Gitarre die Melodie.
Fado eröffnet auch dem ausländischen Besucher tiefe Einblicke in die Lissaboner Kultur. Denn, so ein Sprichwort: „Jeder ist gleichermaßen Fadista, der, der singt und der, der es weiß zuzuhören.”

Alfacinhas – Lissabons besondere Beziehung zu Salatköpfchen

SalatkoepfchenAlfacinhas, so werden die Lissaboner genannt und so nennen sie sich auch selbst. Alfacinha bedeutet Salatköpfchen und leitet sich aus dem arabischen „Al-Hassa“ ab. Warum man jedoch die Lissaboner so nennt, ist nicht genau bekannt. Eine mögliche Erklärung ist, dass zu maurischen Zeiten Salat in und um Lissabon in großem Ausmaß angepflanzt und verzehrt wurde. Eine andere Variante: zu Zeiten der Reconquista, während einer langen Belagerung der Stadt, war Salat das einzig verfügbare Lebensmittel der Bewohner. Im 19. Jahrhundert wurde der Spitzname schließlich durch den berühmten Romancier Almeida Garett verewigt.