Lissabon – Die Stadt der sieben Hügel

Berg aufDie Stadt der sieben Hügel, Berg ab – über Treppen und steile Gassen – immer wieder eröffnen sich wunderbare Aussichtspunkte über das blaue Mündungsbecken des Tejo oder über das rote Dächerlabyrinth der Stadt. Unweigerlich wird sich jeder Besucher die Frage stellen – wie viele Hügel hat denn eigentlich diese Stadt? Und die Antwort der Lissaboner ist klar – sieben natürlich!

Das kann nicht sein – doch es war mal so: Gegründet wurde Lissabon auf einem Hügel, dem Burgberg, dort wo heute noch das Castelo São Jorge zu sehen ist. Mitte des 16. Jahrhunderts hatte sich die Stadt bereits so weit ausgedehnt, dass der Chronist Damião de Góis auf die Zahl Fünf kam. Erst im Jahr 1620 zählt dann Frei Nicolau de Oliveira in seinem Buch „Livro das Grandezas de Lisboa“ („Buch der Sehenswürdigkeiten Lissabons“) die legendären sieben Hügel auf: Castelo, São Vicente, São Roque, Santo André, Santa Catarina, Chagas und Sant’Ana. Hätte der Chronist seine Rechnung übrigens 23 Jahre vorher aufgestellt, wäre diese nicht aufgegangen. Denn bis zum Erdbeben von 1597 waren Chagas und Santa Catarina noch als ein Hügel, dem Pico de Belveder, vereint.

Das Bild der sieben Hügel, in Anlehnung an Rom, war somit zum richtigen Zeitpunkt geboren und wird immer wieder zitiert, auch wenn sich mittlerweile das Lissaboner Stadtgebiet deutlich vergrößert hat und damit auch der Anzahl der Hügel gestiegen ist. Und tatsächlich sind die vielen Hügel ein Charakteristikum der Stadt, die sich auf einer ausgedehnten Entdeckungstour zu Fuß oder mit der historischen Straßenbahn erkunden lassen. Die Fahrkarten der Lissaboner Verkehrsbetriebe nennen sich übrigens 7Colinas, also sieben Hügel.

 

Alfacinhas – Lissabons besondere Beziehung zu Salatköpfchen

SalatkoepfchenAlfacinhas, so werden die Lissaboner genannt und so nennen sie sich auch selbst. Alfacinha bedeutet Salatköpfchen und leitet sich aus dem arabischen „Al-Hassa“ ab. Warum man jedoch die Lissaboner so nennt, ist nicht genau bekannt. Eine mögliche Erklärung ist, dass zu maurischen Zeiten Salat in und um Lissabon in großem Ausmaß angepflanzt und verzehrt wurde. Eine andere Variante: zu Zeiten der Reconquista, während einer langen Belagerung der Stadt, war Salat das einzig verfügbare Lebensmittel der Bewohner. Im 19. Jahrhundert wurde der Spitzname schließlich durch den berühmten Romancier Almeida Garett verewigt.