A wie Alfama

AlfamSchachspielen in der Alfamaa, das Dorf in der Stadt, dort wo jeder jeden kennt. Wo sich die Nachbarinnen Fenster zu Fenster über die enge Gasse hinweg unterhalten und Mütter ihre Sprösslinge lauthauls zum Abendessen rufen. Dort wo einem der Duft frisch gewaschener Wäsche in die Nase steigt und das Quietschen der Leinen in den engen Gassen widerhallt. Dort, wo man in Gemischtwarenläden nach anschreiben lassen kann und im Frisörsalon die Neuigkeiten des Tages diskutiert werden. Dort, wo man sonntagsmorgens im Pyjama Brötchen kaufen geht und junge Mädchen in hohen Hacken über das Kopfsteinpflaster trippeln. Dort, wo die Sardinen vor der Türe gegrillt werden und die Kids noch auf der Straße Fußball spielen. Dort, wo ehemalige Hafenarbeiter von längst vergangenen Zeiten erzählen und Kriegsveteranen ihre Version der Revolution zum Besten geben. Dort wo man sich in Nachbarschaftsvereinigungen trifft, aus Geselligkeit, um Karten oder Domino zu spielen. Die Oma begleitet vom Enkel, der Hip-Hopper im Gespräch mit dem Bauarbeiter. All das ist Alfama…

 

 

 

 

 

Alfacinhas – Lissabons besondere Beziehung zu Salatköpfchen

SalatkoepfchenAlfacinhas, so werden die Lissaboner genannt und so nennen sie sich auch selbst. Alfacinha bedeutet Salatköpfchen und leitet sich aus dem arabischen „Al-Hassa“ ab. Warum man jedoch die Lissaboner so nennt, ist nicht genau bekannt. Eine mögliche Erklärung ist, dass zu maurischen Zeiten Salat in und um Lissabon in großem Ausmaß angepflanzt und verzehrt wurde. Eine andere Variante: zu Zeiten der Reconquista, während einer langen Belagerung der Stadt, war Salat das einzig verfügbare Lebensmittel der Bewohner. Im 19. Jahrhundert wurde der Spitzname schließlich durch den berühmten Romancier Almeida Garett verewigt.